Hausverkauf ohne Makler: 5 Punkte, die Sie vor dem Verkauf kennen sollten
„Immobilie verkaufen ohne Makler“ klingt erst mal logisch: Die Provision sparen, alles selbst steuern und mehr vom Erlös behalten. In der Praxis ist ein Hausverkauf ohne Makler – gerade hier im dynamischen Markt von Nürnberg und Umgebung – ein Projekt mit vielen beweglichen Teilen.
Wenn nur ein Teil fehlt oder falsch eingeschätzt wird, kostet das schnell Zeit, Nerven oder im schlimmsten Fall bares Geld durch einen zu niedrigen Verkaufspreis oder rechtliche Fehler.
Hier kommen die 5 Punkte, die Eigentümer beim Privatverkauf am häufigsten unterschätzen, inklusive einer Praxis-Checkliste für den Verkauf.
1. Warum ein Hausverkauf ohne Makler so reizvoll wirkt
Der größte Treiber ist ganz klar die Maklerprovision. Je nach Region und Modell liegt sie häufig im Bereich von 3,57 % (die übliche Teilung in Bayern) bis hin zu 7,14 % (in anderen Bundesländern) vom Kaufpreis.
Beispielrechnung zur Ersparnis: Bei einem Verkaufspreis von 500.000 Euro in Nürnberg geht es schnell um eine Summe von ca. 17.850 Euro (Verkäuferanteil).
Kein Wunder, dass viele Eigentümer überlegen, die Vermarktung selbst zu übernehmen. Die Provision ist sofort sichtbar. Die vielen anderen Kosten (Zeit, Vermarktung, Absicherung) und Risiken tauchen erst später auf.
2. Aufwand & Know-how: Die Realität beim Privatverkauf
Ein erfolgreicher Verkauf besteht nicht nur aus „Anzeige bei ImmoScout hochladen“ und „Tür aufschließen“. Es geht um Strategie, Rechtssicherheit und Psychologie.
Verhandlungsführung: Preis halten ohne Interessenten zu verlieren
Private Verkäufer unterschätzen oft, wie taktisch Käufer heute vorgehen. Mängellisten werden genutzt, um den Preis zu drücken, und Finanzierungsdruck wird aufgebaut. Ohne Marktgefühl und Verhandlungsroutine wird aus „wir bleiben beim Preis“ schnell „wir treffen uns in der Mitte“ – und die gesparte Provision ist schnell wieder verloren.
Markteinschätzung: Den „Nürnberg-Faktor“ kennen
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Zu hoher Preis: Die Immobilie wird zum „Ladenhüter“. Wer nach 4 Monaten den Preis senken muss, wirkt verzweifelt.
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Zu niedriger Preis: Die Immobilie ist sofort weg, aber Sie haben vielleicht 30.000 € verschenkt, weil der Markt mehr hergegeben hätte.
Gerade im Großraum Nürnberg (z.B. Erlenstegen, Zabo, Fürth oder Erlanger Umland) hängen realistische Preise extrem von der Mikro-Lage ab.
Unterlagen: Ohne Dokumente keine Finanzierung
Viele Kaufinteressenten wollen kaufen, scheitern aber an ihrer Bank, weil Unterlagen fehlen. Diese Dokumente müssen Sie parat haben:
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Aktueller Grundbuchauszug (nicht älter als 3 Monate)
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Gültiger Energieausweis (Pflicht bei Besichtigung!)
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Baugenehmigungen & aktuelle Flurkarte
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Bei Wohnungen: Teilungserklärung, Eigentümerversammlungsprotokolle, Hausgeldabrechnungen
3. Risiken beim Privatverkauf: Die teuren Stolpersteine
Beim Immobilienverkauf geht es um große Vermögenswerte. Ein kleiner Fehler im Kleingedruckten kann große finanzielle Folgen haben.
Aufklärungspflichten und Haftung („Arglist“)
Als Verkäufer müssen Sie den Käufer ungefragt über bekannte Mängel aufklären.
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Feuchter Keller (auch wenn es vor 5 Jahren war)?
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Asbest im Dach?
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Wegerechte des Nachbarn?
Wer hier schweigt, riskiert auch Jahre nach dem Notartermin noch Schadensersatzklagen oder die Rückabwicklung des Kaufvertrags.
Der Faktor „Emotion“
Viele Eigentümer bewerten ihr Haus anhand der eigenen Geschichte („Hier haben wir Weihnachten gefeiert“). Käufer sehen aber nur: „Das Bad muss neu, das Dach ist alt.“ Diese Diskrepanz führt oft dazu, dass Privatverkäufe emotional eskalieren und platzen.
4. Wann ein Makler sinnvoll ist (trotz Kosten)
Ein professioneller Immobilienmakler ist oft dann die günstigere Lösung, wenn man den Mehrerlös betrachtet, den er erzielt. Wir helfen dort, wo Privatverkäufe oft scheitern:
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Preisstrategie: Wir bewerten nicht nach Bauchgefühl, sondern basierend auf echten Vergleichsverkäufen in Nürnberg.
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Käufer-Check: Wir prüfen die Bonität vor der Besichtigung. Das erspart Ihnen Besichtigungstourismus.
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Sicherheit: Wir haften für unsere Angaben und bereiten den Notartermin rechtssicher vor.
5. Checkliste für Ihren Hausverkauf ohne Makler
Sie möchten es dennoch erst einmal allein versuchen? Das ist Ihr gutes Recht. Damit es klappt, nutzen Sie diese Struktur:
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[ ] Rechtliches klären: Gibt es Nießbrauchrechte, Baulasten oder ungeklärte Erbschaftsfragen?
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[ ] Wertermittlung: Holen Sie sich zumindest eine professionelle Meinung zum Preis ein (keine Online-Rechner, diese sind oft ungenau).
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[ ] Unterlagen besorgen: Vollständigkeit beschleunigt die Bankprüfung des Käufers massiv.
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[ ] Exposé erstellen: Professionelle Fotos sind Pflicht. Helle Räume, aufgeräumte Zimmer, ehrliche Fakten.
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[ ] Erreichbarkeit sichern: Richten Sie eine separate E-Mail-Adresse oder Prepaid-Nummer ein, um Privat und Verkauf zu trennen.
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[ ] Besichtigungen planen: Führen Sie niemals Besichtigungen alleine durch (Sicherheitsaspekt).
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der größte Fehler beim Hausverkauf ohne Makler? Meistens der Startpreis. Ist er zu hoch, verbrennt das Objekt am Markt. Ist er zu niedrig, verschenken Sie Vermögen.
Kann man den Kaufvertrag ohne Notar machen? Nein. Immobilienkäufe in Deutschland müssen immer notariell beurkundet werden, um rechtskräftig zu sein.
Hafte ich als Privatverkäufer für Mängel? Grundsätzlich gilt oft „gekauft wie gesehen“, ABER: Das gilt nicht für arglistig verschwiegene Mängel. Wenn Sie von einem Schaden wussten und ihn verschwiegen haben, haften Sie voll.
Unsicher, ob „ohne Makler“ der richtige Weg für Sie ist?
Verkaufen ist harte Arbeit. Wenn Sie im Großraum Nürnberg leben und eine ehrliche Einschätzung möchten, ob sich der Privatverkauf für Ihr spezielles Objekt lohnt – oder ob wir Ihnen unter dem Strich mehr Geld einbringen können – lassen Sie uns sprechen.